Für den Moment

Ich könnte viel über diesen First Take erzählen. Wie er vom Gitarrenstück zu einer Synthi-Schrumm-Nummer wurde. Oder was es mit dem Text auf sich hat, den ich damals fast in einem durch geschrieben habe. Auch der Einfluss eines (in bestimmten Kreisen) höchst erfolgreichen Computerspiels und dessen Soundtrack könnte Erwähnung finden.

Aber ich will mich hier lieber auf ein stimmliches Detail konzentrieren, nämlich die letzten drei ganz hohen Töne. Bei denen überkam es mich ganz spontan während der Aufnahme, dass ich so hoch hinauf wollte. Aber warum sie drinnen lassen und ein ruhiges Lied mit so einem überraschenden Höhepunkt beenden? Ganz klar: weil ich superstolz drauf bin, das das so hoch erwischt habe – das nehm ich nie wieder raus!

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Boat Ballet

„Deutsch oder Englisch“ ist für Songtexter mit Deutsch als Muttersprache immer ein Thema. Es gibt zahlreiche Gründe für und gegen jede Sprache, nicht zuletzt das eigene Gefühl bzw. Feeling beim Musizieren.

Ich schreibe und singe in beiden Sprachen, wobei ich Englisch bevorzugt für „Musik aus dem Bauch“ verwende, mit Deutsch dagegen eher per Kopf arbeite. Das obige Stück passt bis mit seiner unkomplizierten Musik in dieses Schema, dennoch hebt es sich mit seiner Thematik etwas ab: Der Wunsch nach einer Pause, nach einem Sekunden langen Tod würde für sich betrachtet eine Aufarbeitung auf Deutsch vermuten lassen.

Doch gerade deshalb ist Englisch hier für mich eine angenehme Wahl, denn dieser „Todeswunsch“ wird nicht analysiert, zerlegt – sondern einfach akzeptiert. Es ist ja auch nur für ein paar Sekunden.

Es-Dur!

Es gibt: Absurde Texte, die kaum nachvollziehbar sind; die man eher spürt als versteht, und damit gleichermaßen zu Frust oder Erkenntnis führen können. Der/die Schreibende hat aus dem Innersten geschöpft und etwas gefunden, das nicht in herkömmlichen Syntax und Vokabular gegossen werden kann.

Davon zu unterscheiden: Nonsense. Texte, die oberflächlich, belanglos, meist unsinnig sind und keinem tieferen Zweck dienen. Insbesondere auch nicht der schriftstellerischen Katharsis des/der Schreibenden.

Der obige Song besteht zu 40 % aus Absurdität, zu 20 % aus Nonsense und nochmal 40 % aus Nüssen. Also aufpassen, liebe Allergiker!

Summer Meadow

Es muss nicht immer groß und dramatisch sein. Manchmal reicht eine schrummende Ukulele, ein tänzelnder Bass, ein paar Zeilen über Whiskey und vergangene Träume.Vier Zeilen, um Umrisse zu schraffieren, in denen nicht Wahrheit, sondern nur Nostalgie steckt.

Und genauso kurz wie dieser First Take ist auch dieses Mal die Beschreibung.