The end is never the end is…

Dieser Blog war ursprünglich in zwei Teile geplant: einerseits ein „theoretischer“ Teil, in dem ich mich abstrakt mit verschiedenen Aspekten des Songwritings beschäftigen würde. Andererseits ein „praktischer“ Teil, in dem ich von meinen Erlebnissen als Songwriter, Musiker, Künstler allgemein berichten würde.

Etwa zwei Jahre nach meinem ersten Beitrag und etwa 25 Texte später wird klar, dass der praktische Teil ziemlich auf der Strecke geblieben ist.

Und das ist eigentlich seltsam. Denn in diesen zwei Jahren ist musikalisch viel passiert bei mir. Ich hatte meine ersten Auftritte mit einer Band; hab meine ersten eigenständigen Produktionen veröffentlicht; ich leite meine ersten Chor; und habe generell viel über mich als Menschen und vor allem als Musiker gelernt.

Doch es wird verständlicher, wenn man eine meiner fundamentalsten Schwächen in Betracht zieht: Perfektionismus. Diese Eigenschaft hilft mir zwar, bei Songtexten nicht den Überblick zu verlieren (schließlich soll ein Song als Ganzes passen, nur dann ist er „perfekt“). Jedoch hindert sie mich daran, Sachen, bei denen ich Verbesserungspotential sehe bzw. noch nicht als fertig betrachte, herzuzeigen.

Und, naja – ich sehe mich als Musiker noch als „unfertig“ an. Deswegen präsentier ich mich selbst nur ungern. Und daran wird sich die nächsten Jahre nicht so schnell etwas ändern.

Das heißt nun, dass ich entweder so lange keine Beiträge mehr schreibe, bis ich mich „bereit“ fühle. Diesen Weg bin ich die letzten Monate gegangen. Oder: ich springe über meinen Schatten und lasse euch, liebe Leser, an meinen Imperfektionen teilhaben. Aus marketingtechnischer Sicht wäre das wohl fatal, schließlich soll man „souverän“ sein, wenn man etwas tut – sich keine Fehler anmerken lassen.

Aber Marketing kommt von Marke, und eins weiß ich bestimmt: ich mache Musik nicht, um eine Marke zu sein. Ich mache sie nicht, um geliebt oder begehrt zu werden. Ich mache sie, in erster Linie, für mich. Wegen der Welten, in denen ich mich finde, der Dinge, die ich dort lerne. Und ich teile sie gern mit anderen, weil dadurch alles noch einmal ein bisschen besonderer wird.

Ich will jetzt also mehr Persönliches von mir preisgeben, vielleicht anderen Hobbymusiker eine Möglichkeit geben, von meinen Erlebnissen etwas mitzunehmen. Dem normalen Musikkonsument einen kleinen Einblick geben, was sich im Kopf von einem Musiker tun kann. Und schließlich schauen, ob ich das schaffe, mich auf das Unperfekte einzulassen. Es ist nicht leicht, aber das gehört dazu, denke ich. Da das ein ganz neuer Versuch für mich ist, freue ich mich über jedes Feedback.

In diesem Sinne,

keep writing

Flint

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